Fehler produzieren macht gossen Sinn: Man soll sie nicht verteufeln und verdrängen. Fehler sollte man umarmen. Es geht ja darum, von ihnen zu lernen, durch sie weiterzukommen. Wer Fehler umarmt, geht mit einer ganz anderen Haltung an eine Aufgabe. Man muss sich unbedingt erlauben, Versuche zu starten, die scheitern können, und nicht den Anspruch haben, es müsse im ersten Anlauf klappen.
Studien zeigen, dass jenen Unternehmen, die krampfhaft versuchen, Fehler zu vermeiden und ihre Strukturen danach richten, erst recht Fehler unterlaufen. In einer solchen Kultur ist es nicht möglich, Schiefgelaufenes auf den Tisch zu legen. Fehler werden tabuisiert. Im Untergrund wirken sie aber weiter. Das rächt sich eines Tages. Ich find's schade, dass die Schule kein Labor sein darf, in dem man immer wieder Fehler machen darf. Vor allem in höheren Stufen ist der Druck gross. Da besteht noch ein nicht ausgeschöpftes Entwicklungspotential. Ich bedauere, dass an unseren Schulen Fehler noch viel zu häufig nicht salonfähig sind.
Aussage von Simon Gerber in "Bildung Schweiz, Seite 11, Nr. 11 2010, Interview: Peter Jaeggi
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